FILMWINTER: »Project X« von Nima Nourizadeh
Donnerstag, 26. März 2026, 20:00 Uhr

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Mit kurzer Einführung und anschließendem Gespräch
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Ein exzessives Porträt von Freiheit, Rausch und Eskalation.
»Project X« (Orig.: Project X)
Regie: Nima Nourizadeh; USA 2012; 94 Min.; deutsche Synchronfassung; Komödie
Nima Nourizadehs »Project X« ist eine radikale Coming-of-Age-Komödie, die das Teenagerleben der 2010er Jahre in exzessiven Bildern einfängt. Drei Freunde planen eine Hausparty, um endlich Aufmerksamkeit und Anerkennung zu gewinnen – doch die Nacht eskaliert völlig und entwickelt sich zum anarchischen Ausnahmezustand.
Der Film nutzt das Found-Footage-Format, um Authentizität und Nähe zu erzeugen. Dabei entsteht ein überzeichnetes Porträt jugendlicher Exzesse zwischen Rausch, Chaos und dem Drang, Grenzen auszutesten. »Project X« provozierte Debatten: Ist er Satire auf Party- und Social-Media-Kultur oder reine Glorifizierung jugendlicher Eskapaden?
Als Coming-of-Age-Geschichte zeigt der Film eine extreme Form jugendlicher Selbstverwirklichung – die Suche nach Identität in einem Meer aus Alkohol, Musik und sozialem Druck. Zugleich spiegelt er eine Generation wider, deren Erfahrungen eng mit medialer Selbstdarstellung verknüpft sind.
Exzess und Selbstinszenierung
Das Genre des Coming of Age hat viele Gesichter: Es reicht von melancholischen Bildungsdramen über poetische Erzählungen bis zu anarchischen Komödien. In unserer Reihe stehen diese Facetten nebeneinander: Der Club der toten Dichter reflektiert Bildung und Rebellion, Whale Rider den Kampf um kulturelle Identität, und Project X führt schließlich in die Gegenwart – wo Erwachsenwerden eng mit Rausch, Chaos und medialer Selbstdarstellung verknüpft ist.
Project X ist dabei vielleicht die provokanteste Variation. Mit seiner Found-Footage-Ästhetik reiht er sich formal in eine Linie von Filmen wie Blair Witch Project oder Chronicle ein, thematisch aber steht er in der Tradition jugendlicher Exzessfilme von Animal House bis Superbad. Doch die Eskalation geht hier weiter: Die Party wird zum grotesken Initiationsritual, das von der Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und sozialem Status getrieben ist. Damit spiegelt der Film eine Jugendkultur, die sich über Bilder, Likes und virale Extreme definiert. Ob man ihn als Satire oder als Glorifizierung liest, bleibt bewusst offen – doch gerade diese Ambivalenz macht ihn zu einem relevanten, wenn auch unbequemen Beitrag zum Genre.
DIE VERANSTALTUNG
Die beiden Höchberger Ingo Petzke, Film-Professor, und Dirk Baierlipp, Designer & Fotograf (DBDB) und Filmenthusiast haben die Filme in der Kulturscheune initiiert und führen durch den Abend.
Wo: Kulturscheune Höchberg, Wallweg 3, 97204 Höchberg, Veranstalter: Markt Höchberg
Wann: Filmstart 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr
Kosten: Der Eintritt ist FREI – eine Spende für die Höchberger Kultur ist erbeten.
INFOS & MEDIEN
Trailer (deutsch):
https://www.youtube.com/watch?v=nTjK4Y4VLGs
Mehr zum Film:
https://de.wikipedia.org/wiki/Project_X_(2012)
Die Regisseurin:
https://en.wikipedia.org/wiki/Nima_Nourizadeh
DER FILMWINTER 2026 IN DER ÜBERSICHT:
2026.01 — Do., 29. Jan. 2026 — 20:00 Uhr
»Der Club der toten Dichter«
(Orig.: Dead Poets Society); Peter Weir; USA 1989; 123 Min.; deutsche Synchronfassung; Drama
2026.02 — Do., 26. Feb. 2026 — 20:00 Uhr
»Whale Rider«
(Orig.: Whale Rider); Niki Caro; NZ, D 2002; 97 Min.; deutsche Synchronfassung; Drama
2026.03 — Do., 26. März 2026 — 20:00 Uhr
»Project X«
(Orig.: Project X); Nima Nourizadeh; USA 2012; 94 Min.; deutsche Synchronfassung; Komödie
Und weiter geht es im
Filmherbst 2026:
Do., 24. Sept. 2026
Do., 29. Okt. 2026
Do., 26. Nov. 2026
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Wo: Kulturscheune Höchberg, Wallweg 3, 97204 Höchberg
Veranstalter: Markt Höchberg
Infos: www.kulturscheune-hoechberg.de
Eintritt frei, Spende für die lokale Kulturarbeit erbeten.













